Mittwoch, Juli 11, 2007

bvg lässt mich im regen stehen - ein offener brief

lieber busfahrer des 140er-busses (kennzeichen: b-vg 1458),

als ich heute abend um 20.30 uhr an der bushaltestelle am bethaniendamm auf sie gewartet habe, war ich bereits gut durchnässt. ich hab versucht, mit meinem fahrrad nach hause zu fahren - nach kreuzberg an den mehringdamm. vom ostbahnhof kommend, hab ich aber schon auf der brücke über die spree gemerkt, dass ich mir nach dem geschätzten 30-minütigen radweg bei diesem wetter bestenfalls einen miss-wet-t-shirt-look verpasse. oder schlimmstenfalls eine erkältung.

deshalb war ich froh, dass ihr bus nach ca. 7 minuten warten - pünktlich - um die ecke bog. als ich sie dann vor dem einsteigen höflich fragte, ob ich mit meinem fahrrad bei ihnen einsteigen dürfte, war ich über ihre antwort ehrlich entsetzt. sie sagten: nein. ich habe dann nachgefragt, ob ich nicht nach 20.00 uhr mit ihnen mitfahren könnten. sie wieder: generell, nein! auf meine wiederholte, etwas ungläubige, frage, ob ich nicht bei diesem regenwetter bitte zusteigen dürfte, wiederholten sie unnachgiebig: generell, nein!

der heutige berliner regenabend

ich habe es eben in dem bvg-bestimmungen nachgelesen: die entscheidung über die mitnahme von fahrrädern obliegt bei allen verkehrsmitteln stets dem betriebspersonal. rein formell haben sie also recht. aber wäre es nicht nett, ja menschlich gewesen, mir den zustieg in den halbleeren bus zu erlauben? mit klischees über unfreundliche berliner und busfahrer im allgemeinen will ich hier nicht anfangen, denn ich habe viele berliner und viele busfahrer und viele berliner busfahrer getroffen, die sehr freundlich sind. aber vielleicht überlegen sie einfach mal, was sie gerne hätten, wenn sie durchnässt, nach einem langen arbeitstag, mit ihrem fahrrad an einer bushaltestelle warten!

mit den freundlichsten grüßen,
die berlinerin